
Eine Anschlussfinanzierung ist mehr als die bloße Verlängerung Ihres bestehenden Darlehens. Sie bietet die Gelegenheit, Konditionen, Rate und Tilgung neu auf Ihre heutige Situation abzustimmen.
Dabei sind Sie nicht an Ihre bisherige Bank gebunden. Ein Vergleich verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten kann sich deshalb deutlich lohnen.
Je früher wir uns mit Ihrer Restschuld und dem Ende der Zinsbindung beschäftigen, desto größer Ihr finanzieller Spielraum.
Je nach persönlicher Situation und Marktlage kommen drei Modelle infrage:
1. Prolongation – bei der bisherigen Bank bleiben
Sie verlängern Ihre Finanzierung bei Ihrer bisherigen Bank. Das ist bequem und unkompliziert – trotzdem lohnt sich ein Vergleich, denn das erste Angebot muss nicht das beste sein.
2. Forward-Darlehen – Zinsen frühzeitig sichern
Mit einem Forward-Darlehen können Sie sich bereits vor Ablauf der Zinsbindung einen Zinssatz für die spätere Anschlussfinanzierung sichern. Ob sich das lohnt, hängt vom Zinsniveau, der Vorlaufzeit und den angebotenen Konditionen ab.
3. Umschuldung – Angebote anderer Banken nutzen
Sie wechseln mit der Restschuld zu einer anderen Bank. Bietet diese bessere Konditionen, kann sich der Wechsel trotz möglicher Kosten für Grundbuch und Abwicklung deutlich rechnen.
Welche Variante am besten passt, hängt von Ihrer Restschuld, der verbleibenden Laufzeit und Ihrer persönlichen Planung ab.
Nach § 489 BGB können Darlehensnehmer ihr Darlehen zehn Jahre nach vollständigem Empfang des Kredits mit einer Frist von sechs Monaten kündigen – unabhängig von der ursprünglich vereinbarten Zinsbindung.
Das kann interessant sein, wenn inzwischen günstigere Konditionen verfügbar sind: Ein Wechsel ist dann grundsätzlich ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.
Bei der Anschlussfinanzierung lohnt es sich, frühzeitig zu planen. Spätestens etwa 12 Monate vor Ablauf der Zinsbindung sollten Sie Ihre Möglichkeiten und aktuelle Angebote prüfen.
Mit einem Forward-Darlehen kann eine Anschlussfinanzierung auch deutlich früher vorbereitet werden. Ein Vergleich lohnt sich dabei immer – auch wenn Sie am Ende bei Ihrer bisherigen Bank bleiben.